Radewitzer Höhe

Zeit des Siebenjährigen Krieges (3. Schlesischer Krieg)

Preußische Schanze, Radewitzer Höhe (2008)

Die Nähe Haßlau´s zu den Stellungen im Nordosten (etwa 15 km), die Lage zwischen den Stellungslinien der Kriegsgegner und eine in der Umgebung stattgefundene militärische Auseinandersetzung lassen die Vermutung zu, daß die Fluren des Dorfes von Nahrungsbeschaffung, Einquartierungen, Brennholzgewinnung (Obstbäume, Einfriedungen, Scheunen) und Truppenbewegungen (verwüstete Felder) nicht unberührt blieben.

Die schlimmsten Kriegszeiten beginnen ab 1759. Die Preußen besetzen das Gebiet zwischen Zehren (bei Meißen), Triebisch und Mulde fast durchgehend. Ihnen gegenüber standen zumeist die Kaiserlichen (Erzherzogtum Österreich mit Königreich Böhmen & Königreich Ungarn), das Reichsheer (Heiliges Römisches Reich) und die Sachsen (Kurfürstentum Sachsen).

Die preußischen Truppen hatten hier unter Prinz Heinrich (Bruder Friedrichs des Großen) befestigte Stellungen ausgebaut. Die größte Stellung zog sich in der gesamten Ausdehnung vom befestigten Lager Schletta (bei Meißen), über die ‚Katzenhäuser‘ (bei Katzenberg) und die Radewitzer Höhe bis Lüttewitz-Petersberg hin. Diese als „Katzenhäuser“ bezeichnete Stellung war für die preußischen Truppen auch bei zahlenmäßiger Unterlegenheit gut geeignet, sich zu verteidigen. Die meist sehr steilen Hänge der nahen Mulde, Triebisch und Elbe verhinderten überraschende Truppenbewegungen potentieller Feinde. Die Radewitzer Höhe bot außerdem eine umfassende Aussicht. Hinter diesen Stellungen gab es bei Lommatzsch noch eine zweite, völlig ausgebaute Aufnahmestellung.

Die Radewitzer Höhe von Nordosten

Im Winter 1760/61 überwinterten in der Umgebung der Katzenhäuser-Stellung etwa 50.000 Mann.

Seit Herbst 1761 hatten sich österreiche Truppen auch an der Freiberger Mulde zwischen Technitz und Niederstriegis verschanzt. Am 12. Mai 1762 brachen die Preußen bei Döbeln (unter Prinz Heinrich von Preußen und General von Seydlitz) auf der ganzen Linie durch die österreichischen Stellungen und errangen einen vollständigen Sieg. Der Befehlshaber des österreichischen Regiments, General Baron von Zedtwitz, war unter den zahlreichen Gefangenen.

Die Radewitzer Höhe von Südwesten

Neuste Forschungen von Ralph Gundram belegen, daß diese Schlacht sehr bedeutungsvoll für den Ausgang des Siebenjährigen Krieges im Kurfürstentum Sachsen war.

Nach Ende dieses Krieges hörte aber die Belastung der Bevölkerung nicht auf. Für die Behebung der Verwüstungen mußten allein an der Katzenhäuser-Stellung 63 Schanzen auf ca. 9 Kilometer Länge und 54 Batterien auf ca. 4 Kilometer Länge sowie über 12.000 Wolfsgruben und Unterstände eingeebnet werden. Etwa 1000 Menschen benötigten dazu drei Jahre.

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