Bergbau

Bergbau in der Region um Roßwein

Bei Gersdorf (zwei Kilometer westlich der Stadt Roßwein) befindet sich ein Flächendenkmal des historischen Silberbergbaus in Sachsen, auch Objekt des Projektes UNESCO-Welterbe „Montanregion Erzgebirge“, die ehemaligen Bergwerksanlagen des „Segen-Gottes Erbstolln“. Die Ursprünge des Gersdorfer Bergbaus gehen bis ins 12.Jahrhundert zurück, wie im Gersdorfer Forst aufgefundene Keramikreste belegen. Hier wurden Silber-, Blei- und Kupfererze im oberflächennahen Abbau bis ins 15. Jahrhundert abgebaut. Mit fortschreitender Technologie und Erschöpfung an der Oberfläche ging man zum Abbau unter Tage über. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Grube 300 Meter Tiefe. 1885 wurde der Bergbau in diesem Gebiet endgültig eingestellt.

Die bergbauliche Entwicklung des Gebietes um Roßwein läßt sich nach Forschungen von Ulrich Bänsch (siehe Quellen) in 4 Perioden einteilen und begann erst Anfang des 16. Jahrhunderts und nicht wie bisher angenommen im 13. Jahrhundert.

Perioden des Gangerzbergbaues im Roßweiner Raum:

  •   erste Periode: Anfang 16. Jh. bis 1630,
  •   zweite Periode: ca. 1689 bis 1756,
  •   dritte Periode: 1763 bis 1830,
  •   vierte Periode: 1850 bis 1940.

Bergbau in Roßwein:
Erste bis dritte Periode: Augustus Erbstolln, Berthold Erbstolln, Beschert Glück Erbstolln, Himmlische Posaune Fundgrube, Hubertusburger Friede Erbstolln, Johannes Erbstolln, Kaiser Heinrich Erbstolln, Kaiser Heinrich Fundgrube, Nachtigall Fundgrube, Obere Himmelfahrter Stollnrösche, Neue Güte Gottes Erbstolln, Neue Hilfe Gottes Erbstolln, Neuer Segen Gottes Erbstolln, Tiefer Erbstolln, Tiefer Himmelfahrt Christi Erbstolln, Vereinigte Gesellschaft Gott mit uns Erbstolln, Weiße Taube Erbstolln;
Vierte Periode: Beihilfe Erbstolln, Concordia Fundgrube, Grubenfeld Weißes Roß und Weintraube Stolln, Hermanns Hoffnung Fundgrube, Roßweiner Fundgrube, Schürffeld Johann Gottfried Jäckisch, Schürffeld Kaufmann Richard Johrisch, Schürffeld Klemens Koch, Schürffeld M. S. Herrmann, Weintraube Stolln vereinigt Feld.

Bergbau im Wolfstal bei Roßwein:
Franziskus Fundgrube, Wolfstal Erbstolln.

Bergbau in Gleisberg bei Roßwein:
Goldene Aue Erbstolln, Neuglück Stolln, Neu Glück Fundgrube, Sankt Elias Erbstolln.

Bergbau in Mahlitzsch bei Roßwein:
Glückauf Erbstolln.

Bergbau in Seifertsdorf bei Roßwein:
Matthäus Fundgrube, Reicher Schatzkasten Gottes Erbstolln.

Bergbau in Döbeln:
Blühendes Glück Erbstolln, Goldenes Lamm Erbstolln.

Nach 1945 begannen durch die Wismut AG Erkundungen zu Uranvorkommen, welche ergebnislos verliefen.

Quelle:

  • U. Bänsch 2006: Auf den Spuren des Bergbaus um Roßwein, Denkmale im Landkreis Döbeln – Heft 8.

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