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Harzgewinnung

Auffangtöpfe für Harz

Zeugnis historischer Harzgewinnung an einer Kiefer (Pinus sylvestris)

Beim Spaziergang mit wachsamen Auge kann man hier und da noch diese Zeugnisse vergangener Harzgewinnung im Wald entdecken.

Der gewonnene Harzbalsam der Waldkiefer besteht hauptsächlich aus Kolophonium sowie Terpentin. Früher wurde allerlei daraus hergestellt, u. a. Lacke, Farben, Leim, Linoleum, Papier, Holzteer [Pech], Wagenschmiere, Buchdruckerschwärze und Tusche, Bogenharz, Kienöl etc.). Die anfallenden Kienspäne nutzte man als Lichtquelle, Kiefernnadeln als Waldwolle.

Gewinnung von Baumharz an einer Kiefer

Radewitzer Höhe

Zeit des Siebenjährigen Krieges (3. Schlesischer Krieg)

Preußische Schanze, Radewitzer Höhe (2008)

Die Nähe Haßlau´s zu den Stellungen im Nordosten (etwa 15 km), die Lage zwischen den Stellungslinien der Kriegsgegner und eine in der Umgebung stattgefundene militärische Auseinandersetzung lassen die Vermutung zu, daß die Fluren des Dorfes von Nahrungsbeschaffung, Einquartierungen, Brennholzgewinnung (Obstbäume, Einfriedungen, Scheunen) und Truppenbewegungen (verwüstete Felder) nicht unberührt blieben.

Die schlimmsten Kriegszeiten beginnen ab 1759. Die Preußen besetzen das Gebiet zwischen Zehren (bei Meißen), Triebisch und Mulde fast durchgehend. Ihnen gegenüber standen zumeist die Kaiserlichen (Erzherzogtum Österreich mit Königreich Böhmen & Königreich Ungarn), das Reichsheer (Heiliges Römisches Reich) und die Sachsen (Kurfürstentum Sachsen).

Die preußischen Truppen hatten hier unter Prinz Heinrich (Bruder Friedrichs des Großen) befestigte Stellungen ausgebaut. Die größte Stellung zog sich in der gesamten Ausdehnung vom befestigten Lager Schletta (bei Meißen), über die ‚Katzenhäuser‘ (bei Katzenberg) und die Radewitzer Höhe bis Lüttewitz-Petersberg hin. Diese als „Katzenhäuser“ bezeichnete Stellung war für die preußischen Truppen auch bei zahlenmäßiger Unterlegenheit gut geeignet, sich zu verteidigen. Die meist sehr steilen Hänge der nahen Mulde, Triebisch und Elbe verhinderten überraschende Truppenbewegungen potentieller Feinde. Die Radewitzer Höhe bot außerdem eine umfassende Aussicht. Hinter diesen Stellungen gab es bei Lommatzsch noch eine zweite, völlig ausgebaute Aufnahmestellung.

Die Radewitzer Höhe von Nordosten

Im Winter 1760/61 überwinterten in der Umgebung der Katzenhäuser-Stellung etwa 50.000 Mann.

Seit Herbst 1761 hatten sich österreiche Truppen auch an der Freiberger Mulde zwischen Technitz und Niederstriegis verschanzt. Am 12. Mai 1762 brachen die Preußen bei Döbeln (unter Prinz Heinrich von Preußen und General von Seydlitz) auf der ganzen Linie durch die österreichischen Stellungen und errangen einen vollständigen Sieg. Der Befehlshaber des österreichischen Regiments, General Baron von Zedtwitz, war unter den zahlreichen Gefangenen.

Die Radewitzer Höhe von Südwesten

Neuste Forschungen von Ralph Gundram belegen, daß diese Schlacht sehr bedeutungsvoll für den Ausgang des Siebenjährigen Krieges im Kurfürstentum Sachsen war.

Nach Ende dieses Krieges hörte aber die Belastung der Bevölkerung nicht auf. Für die Behebung der Verwüstungen mußten allein an der Katzenhäuser-Stellung 63 Schanzen auf ca. 9 Kilometer Länge und 54 Batterien auf ca. 4 Kilometer Länge sowie über 12.000 Wolfsgruben und Unterstände eingeebnet werden. Etwa 1000 Menschen benötigten dazu drei Jahre.

Zweiniger Grund

Zweiniger Grund

Zweiniger Grund mit Kaiserbach

Im Zweiniger Grund befindet sich der Waldgasthof „Zur Margarethenmühle“. Im Jahre 1555 wurde dieser Ort als Krottenmühle (Krötenmühle) erstmals urkundlich erwähnt. Der Name soll später durch den Volksmund zur Gretenmühle abgewandelt und zur Margarethenmühle umgeprägt worden sein.

Die alte Mahlmühle, eine Schrotmühle, soll einen doppelten Mahlgang besessen haben, der Betrieb erfolgte durch ein oberschlägiges Wasserrad mit Durchmesser von 8 m. Der Wasserzulauf erfolgte über den Kaiserbach, zu den Mühlenteichen, dann vom Mühlenkanal zum im Haus liegenden Wasserrad.

Später trug die Landwirtschaft neben dem Mühlenbetrieb zum Haupterwerb bei. Von 6 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden 2 Kühe ernährt und vor allem Kartoffeln, Getreide und Tabak angebaut.
1941 wurde als Folge eines Hochwassers der Mühlenbetrieb eingestellt, der Gaststättenbetrieb blieb.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert herum wurden im Zweiniger Grund größere und kleinere Teiche zum Zwecke der Fischzucht angelegt.
Die Erträge waren nur gering. Bei Starkniederschlägen führte / führt der Kaiserbach viel Wasser und transportierte / transportiert große Mengen an Lößboden der umliegenden Felder. Dadurch und durch Unterspülungen kam es oft zu Dammbrüchen an den Teichen, außerdem schritt die Verlandung schnell fort.

Als Folge dessen wurden die meisten Teiche trockengelegt und bepflanzt. Übrig blieben vier Mühlenteiche, der Försterteich, Schilfteich und Schafteich.
Die Strukturen der ehemaligen, jetzt mit Bäumen bestandenen Teiche kann man heute noch gut erkennen. Das Baumaterial für die Deiche (Lehm, Ton -Boden) wurde im umgebenden Wald gewonnen.

Ende der 70er Jahre wurde der Kaiserbach begradigt. Das führte zu weiterer Tiefenerosion und zu beträchtlichen Unterspülungen.

Weiterlesen zur Landschaftsentwicklung:

Es wird die Landschaft vorgestellt, in welche Haßlau und die Umgebung eingebettet ist. Eine Landschaft, deren Gebirgsformationen vor etwa 280 Millionen in der Variszischen Ära entstanden und welche am östlichen Rand des Mittelsächsischen Granulitgebirges gelegen ist. ……