Namensherkunft

Erklärung und Herkunft des Namens „Haßlau“

Aus Knauth-Chronik Teil 6, 1721

Der Name „Haßlau“ (auch Hasslau, Haselau, Haselow, Haßlaw) wird fränkischen Ursprunges sein, und Stellenbezeichnung (im, am) Haselbusch oder Wasserlauf bei den Haselstauden bedeuten.

Zum Namen „Haßlau“ schreibt Knauth, das dieser von den vielen Hasel-Sträuchern, welche bei der Gründung des Dorfes hier gestanden haben sollen und auch teils noch da stehen, herrühren soll. Weswegen auch in alten Briefen (des Klosters Altzella) von „Hasel=au“ geschrieben wird.

In deutschsprachigen Gebieten, die ehemals slawisch besiedelt waren, entstammt die Endung „-au“ in Ortsnamen dem ursprünglich slawischen -ow. Haßlau ist jedoch keine slawische Gründung – inwieweit die Namensgebung durch (ehemalige) Siedlungen in der Nachbarschaft beeinflußt wurde, läßt sich schwerlich sagen.

Eine Namensgleichheit zu einem livländischen (Territorium des Schwertbrüderordens im heutigen Lettland und Estland) Adelsgeschlecht – „derer von Haßlau“ fällt beim Studium historischer Unterlagen auf. Über die ursprüngliche Herkunft dieses Adelsstammes sind keine Quellen verfügbar.

Obwohl man damals verdienstvolle (von Kreuzzügen heimkehrende) Ritter belohnte, Dörfer verschenkte oder als Lehen vergab (damals nahm die bedachte Person den Namen des vergebenen Objektes an), läßt sich diese Therorie für den Ort Haßlau nicht glaubhaft nachverfolgen. Eine spätere Schenkung des Dorfes an das Kloster Altzella und ein anschließendes Engagement des Herren „von Haßlau“ im Deutschen Orden, und damit territorial anderen Aufgaben zugewandt, war damals durchaus üblich.

Im mittelhochdeutschen Sprachschatz gibt es den Übernamen „haz“ = „feindliche Gesinnung, Haß“. Inwieweit hier ein Zusammenhang in der Gründungszeit gesehen werden kann, bleibt auch offen.

Quellen:

  • „von Haßlau“ – livländisches Adelsgeschlecht; hervorgetretene Mitglieder sind: Johann Düker von Haßlau (Sohn von Eberhard Düker); war politisch aktiv in Livland, Stockholm, Mecklenburg, Braunschweig, am Hause Fürstenberg und schließlich am Innsbrucker Herzogshof; bekannt geworden ist dessen Sohn Franz Düker (auch Dükher oder Dückher) (geb. 1609 in Innsbruck, verst. 1671 in Salzburg) zu Urstein und Winckl (Enkel von,) durch seine 1666 veröffentlichte Salzburgische Chronik (Chronik des Erzbistums). (Quelle: nach Johann Heinrich Zedler „Großes vollständiges Universal-Lexikon“, Band 7 Halle & Leipzig 1732)
  • Knauth-Chronik: Zitat im 6. Teil, Seiten 67 und 68; Originaltitel „Des alten berühmten Stiffts=Closters und Landes=Fürstlichen Conditorii Alten=Zella, an der Freybergischen Mulda, So wohl von alters her darzu gehöriger dreyen Städte, Berg= und Marck=Flecken, Roßwein, Siebenlehn und Nossen, Als auch nunmehro Königl. und Chur=Fürstl.Sächs. Schlosses Nossen, Geographisch= und Historische Vorstellung.“ (erschienen in acht Teilen, etwa 850 Seiten, Dresden & Leipzig 1721).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.